Von Hohenschwangau nach Bleckenau

Im idyllisch gelegenen Pöllattal üben die Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein einen besonderen Reiz auf die Besucher aus. Aber auch eine einsame Wanderung in diesem Tal ist nicht ohne Charme. Im Rahmen einer Tagestour sind sowohl die Wanderung als auch ein Schlossbesuch möglich.

Die Pöllat begleitet uns längere Zeit.

Sowohl die Parkplätze als auch die Bushaltestelle liegen in direkter Nähe zum Schloss Hohenschwangau. Wer rechtzeitig anreist, kann daher problemlos zunächst dieses Schloss besuchen, in dem König Ludwig II. seine Jugend verbracht hat.

Im Schloss Hohenschwangau

In der riesigen Eingangshalle, die zugleich als Schlosskapelle diente, sind ein Flügelaltarbild aus dem 15. Jahrhundert sowie mehrere spätgotische Gemälde zu sehen. Im ersten Stock, der Wohnung Königin Maries, sticht insbesondere das Schlafzimmer heraus. Der auch »türkisches Zimmer« genannte Raum ist auf orientalische Weise mit bunten Teppichen, zahlreichen Verzierungen an den Wänden und einer bemalten Säule eingerichtet. Das Berchtazimmer hingegen, das der Königin als Schreibzimmer diente, ist sehr grazil mit Ornamenten bemalt und mit wertvollen Zedernholzmöbeln ausgestattet. Im Mittelpunkt des zweiten Stockwerks, den zunächst König Max II. bis 1864 und später König Ludwig II. bewohnten, steht der prächtige Heldensaal. Dagegen wirkt das Hohenstaufenzimmer mit dem Tafelklavier eher schlicht eingerichtet. Im rundherum durchgehend bemalten Tassozimmer ist der Stoff aus Torquato Tassos epischem Gedicht »Das Befreite Jerusalem « dargestellt. Vom Balkon aus konnte Ludwig II. mit dem Fernglas den Bau des Schlosses Neuschwanstein beobachten.

Hinauf zur Marienbrücke

Die anschließende Wanderung führt am Hotel Lisl vorbei auf der Neuschwansteinstraße in einer scharfen Linkskurve bergauf. Kurz nach dem Abzweig der Jugendstraße geht es bei den ersten Bäumen rechter Hand auf einem im Winter als Rodelbahn genutzten Forstweg steil durch den dichten Wald hinauf. An seinem oberen Ende, das nach etwa einer halben Stunde Gehzeit erreicht ist, sind es links nur wenige Schritte hinab zum Aussichtspunkt »Jugend«, von dem man einen schönen Blick auf das Schloss Neuschwanstein hat. Noch beeindruckender ist jedoch die Aussicht von der nahe gelegenen Marienbrücke, die sich über die Pöllatschlucht spannt.

Eiszapfen zieren das Dach der Diensthütte.

SCHLOSS NEUSCHWANSTEIN

An Stelle der Ruinen Vorder- und Hinterhohenschwangau ließ König Ludwig II. von Bayern zwischen 1869 und 1886 das Schloss Neuschwanstein im Stil einer mittelalterlichen Burg erbauen. Heutiger Eigentümer ist der Freistaat Bayern. Die Besichtigung ist nur im Rahmen einer 35-minütigen Führung möglich. Während der Besichtigung werden insgesamt 165 Stufen aufwärts und 181 Stufen abwärts zurückgelegt. Führungen für Rollstuhlfahrer und schwer gehbehinderte Personen sind jeweils Mittwoch, nach Voranmeldung bei der Schlossverwaltung Neuschwanstein (Tel. 08362/93 98 80), möglich. Öffnungszeiten und Eintrittspreise siehe Schloss Hohenschwangau. Weitere Informationen unter Tel. 08362/93 98 80, Fax 939 88 19, www.neuschwanstein@bsv.bayern.de, www.neuschwanstein.de

Durch das Pöllattal zur Bleckenau

Zurück am Kreuzungspunkt »Jugend«, geht es links auf den Forstweg zur Bleckenau. Der Weg an der Pöllat entlang steigt nur wenig an, stellenweise geht es sogar leicht bergab. Erst nach knapp einer Stunde Gehzeit, wenn in einer Kehre der vom Tegelberg herabrauschende Deutenhauser Bach überquert wird, steigt man im Schatten des Säulings (2047m) merklich bergauf bis zum Talboden der Bleckenau. In vollkommener Ruhe, Einsamkeit und einer idyllischen Umgebung steht hier das von König Ludwig II. erbaute Jagdhaus (1167m), das heute als Berggaststätte bewirtschaftet wird.

Rodeln oder zu Fuß?

Der strenge Frost schafft fantasievoll geformte Eiskristalle.

Der Rückweg bis zum Kreuzungspunkt »Jugend« ist natürlich auf einem mitgebrachten Rodel deutlich schneller zurückgelegt als zu Fuß. Wer noch ge nügend Zeit hat, kann von dort, falls der Weg nicht vereist ist, über den Aussichtspunkt »Jugend« zum Schloss Neuschwanstein zu einer Besichtigung absteigen. Ansonsten geht es über die Rodelbahn zum Ausgangspunkt am Schloss Hohenschwangau zurück.

Wanderkarte zur Winterwanderung Hohenschwangau – Bleckenau

Infos zur Winterwanderung Hohenschwangau Bleckenau

Die Tour Hohenschwangau – Marienbrücke – Bleckenau – Hohenschwangau
Charakter Etwas steiler Anstieg auf einem Waldweg bis zur Marienbrücke, danach leichter bis mittlerer Anstieg auf dem Forstweg zur Bleckenau.
Ausgangs-/Endpunkt Parkplätze bei den Königsschlössern.
Anfahrt Stündliche Bahnverbindung von Ulm nach Füssen und von dort weiter mit dem Bus Nr. 73 Richtung Schwangau, die Haltestelle ist »Hohenschwangau«. Mit dem Auto nimmt man aus Richtung Ulm die Autobahn A7 und fährt vom Autobahnende weiter über Füssen auf der B 17 Richtung Schwangau. Aus Richtung München fährt man auf der Autobahn A 96 bis zur Ausfahrt Landsberg/ Lech und nimmt dann die Bundesstraße B 17 Richtung Schwangau. In beiden Fällen folgt man der Beschilderung »Hohenschwangau/Königsschlösser«. Dort sind mehrere große Parkplätze vorhanden.
Gehzeiten Hohenschwangau – Marienbrücke 1/2 Std. – Bleckenau 1 1/2 Std. – Hohenschwangau 1 1/2 Std.
Wegweiser Bleckenau.
Karte Kompass Wanderkarte Nr.4, »Füssen – Ausserfern«, 1:50 000.
Spezielle Hinweise Die Strecke ist auf dem Rückweg mit dem Rodel befahrbar, das Sportgerät muss selbst mitgebracht werden; einen Rodelverleih gibt es an der Talstation der Tegelbergbahn, Tel. 08368/9 12 50.
Einkehr Bergwirtschaft Bleckenau, kalte und warme Gerichte, Tel. 08362/8 11 81. Im Winter je nach Wetter geöffnet, am besten vorher anrufen.
Informationen Tourist-Information Schwangau, Münchener Str. 2, 87645 Schwangau, Tel. 08362/8 19 80, Fax 81 98 25, info@schwangau.de, www.schwangau.de.
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